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„Gemeinsam können wir etwas verändern!“

Rieke Ehlers (22) ist Landwirtin aus Leidenschaft. Sie weiß um die Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft in Deutschland steht. Mit der Teilnahme am Reinert HerzensSACHE-Programm geht Familie Ehlers einen ersten Schritt für mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit.

Kornfelder und sattgrüne Wiesen soweit das Auge reicht. Jeden Morgen fährt die Junglandwirtin Rieke Ehlers acht Kilometer ins Nachbardorf zum Hof ihrer Eltern im Landkreis Verden (Niedersachsen), wo die Familie Ackerbau und Schweinehaltung betreibt. „Wir kontrollieren täglich, wie es den Tieren geht. Dafür schauen wir uns jedes einzeln an und achten auf ihren Allgemeinzustand, die Intensität der Hautfarbe und ihr Verhalten“, erklärt Rieke Ehlers.

In der Vergangenheit hat Familie Ehlers alle Schweine in konventioneller Haltung aufgezogen. Der Offenstall ist nun Teil eines neuen Ansatzes, der sich intensiver am Wohl der Tiere orientiert. Mit diesem hohen Standard, der den Kriterien der Haltungsform Stufe 4 („Premium“) entspricht, nimmt Familie Ehlers seit Anfang 2020 am Reinert HerzensSACHE-Programm teil. „Im Offenstall halten wir rund 200 Schweine, die auf über 300 m² viel Platz haben, um sich im Stroh auszutoben, aber sich auch zurückziehen können, wenn sie Ruhe brauchen. In diesem Umfeld fühlen sie sich rundum wohl und werden nur sehr selten krank, sodass wir keine Antibiotika einsetzen müssen“, berichtet die Junglandwirtin.

Vielfältige Anforderungen

Die Haltung der Tiere im Offenstall und die Zusammenarbeit mit Partnern aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind verpflichtende Kriterien bei der TFB-Brand Reinert HerzensSACHE. Außerdem ist der Verzicht auf Antibiotika in der Aufzucht ein wichtiger Aspekt. Denn: Laut Weltgesundheitsorganisation ist der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung eine Ursache für die Ausbreitung multiresistenter Keime, die sich auch auf den Menschen übertragen können. Von Krankheitsprävention über Bodenbeschaffenheit bis hin zur Wahl der Futtermittel gibt es in der Schweinehaltung viele Dinge zu beachten. Ursprünglich wollte Rieke Ehlers eine andere Laufbahn einschlagen und in der Medizin arbeiten. Während eines freiwilligen wissenschaftlichen Jahres stellte sie fest, dass ihr Herz für die Landwirtschaft schlägt und sie Agrarwissenschaft studieren möchte. „Eine Entscheidung, die ich nicht bereue, auch wenn mir von Anfang an klar war, dass ich in meinem beruflichen Leben vor vielen Herausforderungen stehen werde“, berichtet sie. „Die Landwirtschaft, wie wir sie kennen, wird es so in Zukunft nicht mehr geben. Die Anforderungen steigen und es braucht neue Konzepte, die mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit ermöglichen. Als wir im letzten Jahr auf Reinert HerzensSACHE aufmerksam wurden, haben wir uns sehr gefreut, dass wir als Teilnehmer des Programms einen ersten, wichtigen Schritt in diese Richtung gehen können.“

Starke Partnerschaft

Reinert HerzensSACHE ist das Pilotprojekt des westfälischen Familienunternehmens The Family Butchers (TFB). Zusammen mit Brand Qualitätsfleisch aus Lohne und sieben Landwirten aus der Region haben sie sich zu „Reinerts Genuss-Genossenschaft“ zusammengetan. Ein symbolischer Zusammenschluss, bei dem die partnerschaftliche Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette im Vordergrund steht. „Die Rahmenbedingungen sind für uns Landwirte aktuell sehr schwierig. Viele wollen ihre Betriebe mit Blick auf mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit umrüsten, können das Risiko jedoch nicht eingehen, da es seitens der Politik (noch) keine klaren Vorgaben gibt. Daher besteht die Gefahr, dass umgebaute Ställe in ein paar Jahren schon nicht mehr den Anforderungen für bestimmte Tierwohlsiegel entsprechen“, erklärt Rieke Ehlers.

Ein Dilemma, dem sich auch The Family Butchers als Hersteller bewusst ist. Um das finanzielle Risiko zu minimieren, wird den Landwirten daher die Abnahme des gesamten Schweins zu einem Festpreis garantiert, der über dem konventionellen Preis liegt. Zudem gibt es eine Art Ausfall-Vereinbarung, bei der eine Ausgleichszahlung erfolgt, sollte die antibiotikafreie Aufzucht in Ausnahmefällen nicht gelingen. „Dank dieser Sicherheit ist es für uns deutlich einfacher, neue Wege zu gehen und Erfahrung zu sammeln. Aber nur gemeinsam können wir etwas verändern! Daher sind Verbraucher, Politik, Hersteller und Handel ebenso gefragt wie wir Landwirte, um die Landwirtschaft in Deutschland nachhaltiger zu machen.“

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